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Regelmäßig bietet die
Bismarckschule Hannover Studienfahrten in die Türkei z.B. an mit dem
regionalen und inhaltlichen Schwerpunkt Istanbul und Zentralanatolien.
Die Bismarckschule
Hannover hat im Rahmen ihrer Arbeit als UNESCO-Projekt-Schule seit 1985
kontinuierlich Kontakte mit der Türkei aufgebaut, eine Schulpartnerschaft
mit der Istanbul Lisesi begründet und regelmäßige Reisen mit Schülerinnen
und Schülern in die Türkei veranstaltet.
Die Türkei ist ein
beliebtes Reiseland, das eindrucksvolle touristische, geographische,
historische und politisch-aktuelle Erfahrungen und Erlebnisse garantiert und
in dem recht preiswert interessante und angenehme Programme veranstaltet
werden können.
Seit Anfang an bemühen
sich vor allem Herr Fuchs und
Herr Voigt – nach mehr als zehn Reisen in dieses Land – um die Gestaltung
eines Arbeitsschwerpunktes »Türkei« an unserer Schule. Beide stehen für
Informationen ebenso wie für Anmeldungen zur geplanten Studienfahrt zur
Verfügung.
Türkische Orte
Ein Rahmenprogramm zum
Kennenlernen der Türkei
Istanbul
ist seit zwei Jahrtausenden eine der großen Metropolen der Welt, als
Byzanz und Konstantinopel Hauptstadt Ostroms und Zentrum des
griechisch-orthodoxen Christentums, als Istanbul seit 1553 Hauptstadt
des Osmanischen Reiches. Alle Epochen haben ihre baulichen Spuren neid
dieser Stadt, die heute mehr als 12 Millionen Einwohner zählt,
hinterlassen. Bauwerke wie die Hagia Sophia aus dem 5. Jahrhundert
u.Z., der Sultanspalast Topkapi Saray, die großen Moscheen Sultan
Ahmed Camii und Süleymaniye Camii, aber auch der Große Bazar
gehören zu den weltberühmten Denkmälern und touristischen
Sehenswürdigkeiten, die alleine schon eine Reise lohnen.
Istanbul: Hagia Sophia
Doch auch das moderne Istanbul, heute das wichtigste
industrielle und gewerbliche Zentrum der Türkei, ist ein beeindruckendes
urbanes Erlebnis.
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Die in der Altstadt
nahe dem Großen Bazar in einem palastähnlichen alten Gebäude gelegene
Istanbul Lisesi, seit 1985 die türkische Partnerschule der
Bismarckschule Hannover, ist eines der angesehensten
Gymnasien der Türkei. Als bilinguale Schule werden vor allem die
mathematisch-naturwissenschaftlichen Fächer in deutscher Sprache
unterrichtet. Die Istanbul Lisesi ist seit einiger Zeit ebenfalls
eine UNESCO-Projekt-Schule und pflegt intensiv Partnerschafts- und
Austauschprogramme mit einer großen Zahl deutschsprachiger Schulen.

Historisches Bild der Istanbul Lisesi |
Ankara
wurde mit der Gründung der Türkischen Republik nach dem Ersten
Weltkrieg durch ihren ersten Staatspräsidenten Kemal Atatürk zur
Hauptstadt erhoben. Durch die zentrale Lage in Anatolien präsentiert sich
die Türkische Republik als moderner Staat und als Brücke wischen Ost und
West.
Ankara: Anit Kabir, Mausoleum von Atatürk, des Staatsgründers der Türkischen
Republik
Die heute auf mehr als 8
Millionen Einwohner angewachsene Stadt ist vor allem ein modernes
Verwaltungszentrum mit großzügigen Straßenzügen und internationalen
Geschäftsvierteln. Doch ist Ankara auch eine sehr alte Siedlung, die bis
auf die altorientalische Hethiterzeit zurückgeht. Bauliche Überreste von
Angora bzw. Ankyra finden sich aus hellenistischer und
römischer Zeit, z.B. der Tempel des Augustus und der Roma, und vor allem im
Burgbezirk (Kale) aus der Zeit des Osmanischen Reiches. Sehenswert ist das
Mausoleum des Staatsgründers Atatürk, das auf einem begrünten Hügel
über der Stadt liegt und als nationales Ehrenmal dient.
Hattusa,
heute Bogazköy,
nordöstlich von Ankara, war im Altertum Hauptstadt des Hethiterrreiches.
Die noch längst nicht abgeschlossene archäologische Ausgrabung
erschließt eine von mächtigen Mauern umgebene antike Großstadt mit
öffentlichen Gebäuden, Tempeln und großen Wohnbezirken. Die mit Skulpturen
geschmückten verhaften Steintore weisen Parallelen zur zeitgleichen
Mykänischen Kultur in Griechenland auf.
Hattusa, Hauptstadt des alten Hethiterreiches
Kappadokien
ist eine der natur- und kulturgeographisch reizvollsten, ja
spektakulärsten Landschaften der Türkei und wohl einmalig auf der Welt.
Zehntausende vulkanische Tuffkegel, im Tertiär durch Ausbrüche der Vulkane
Erciyas Da2
und Hassan Da entstanden, schaffen eine tief zerfurchte fast unwirklich
erscheinende Landschaft, in deren Tälern Obst-, Gemüse- und Weinanbau zu
finden sind. Bis heute graben die Menschen der Dörfer Kappadokiens
Wohnhöhlen in den weichen Tuff. Die ältesten Höhlensiedlungen stammen aus
der Bronzezeit (Zelve). Berühmt sind vor allem die schmuckvoll
ausgemalten frühchristlichen Höhlenkichen und -klöster bei Göreme.
Am Rande Kappadokiens: Der Vulkan Hassan Dag bei Aksaray
Aber auch große
unterirdische Städte wurden im Laufe der Jahrhundete als Fluchtorte vor
feindlichen Eroberern in das Tuffgestein geschnitten wie in Özkonak
oder in der sieben Stockwerke in die Erde gegrabenen unterirdischen Stadt
Derinkuyu, in der mehrere Tausend Bewohner Zuflucht finden konnten
und die erst vor wenigen Jahren wieder entdeckt wurde.
Der Große Salzsee, Tuz Gölü, im Zentrum
Anatoliens ist ein für aride Klimate typischer intramontaner, d.h.
abflußloser Salzsumpf, der in der Sommerhitze immer weiter austrocknet und
weite Salz- und Salztonflächen hinterläßt. An den Rändern der offenen
Wasserflächen finden wir eine eigentümliche Vegetation von blühenden
Halophyten (Salzliebenden Pflanzen), die den Vögeln, z.B. großen
Flamingoschwärmen, Zuflucht und Nahrung bieten. Am Rande des Tuz Gölü
führen seit der Antike große Handelsstraßen entlang, die an das Netz der
persischen Königstraßen und an die Seidenstraße angeschlossen waren und
diese mit der Ägäis und dem Mittelmeer verbanden. In der Zeit der
Seldjuken im 12. bis 14. Jahrhundert sicherten die Sultane von Konya
diese Handelsrouten durch besfestigte Karawansereien, die in
Tagesreisenabstand gelegen Karawanen und Pilgern Schutz, Unterkunft,
Verpflegung und einen Gebetsraum zur Verfügung stellten. An der bestens
restaurierten Karawanserei Sultanhan2
bei Aksaray ist großartige Steinschnitzkunst zur Verzierung der Portale zu
bewundern.

Die Tanzenden Derwische von Konya
Zentrum der seldjukischen
Kunst und Macht war Konya. In dieser Zeit gründete der Philosoph und
Dichter Djelladin Rûmî hier den islamisch-mystischen Orden der
„Tanzenden Derwische“, die einen spirituellen und dabei weltoffenen und
liberalen Islam verbreiteten. Dieser „verehrte Lehrer“, Mêvlâna,
wurde am Ort seines Wirkens begraben. Die „Tekke“ des Mêvlâna
mit ihrem grünen Zeltdach wurde zum Wahrzeichen Konyas. Sie ist heute nicht
nur Museum sondern weiterhin Pilgerstätte für viele Muslime und auch
Mystiker aus anderen Kulturkreisen. Neben dem Mêvlâna, wie heute auch
das Gebäude selbst genannt wird, finden wir in Konya wichtige Bauwerke aus
der Seldjuken-Zeit – die Âlâeddin Camii, die Ince Menare und
die Karatay Medrese –, die zum UNESCO-Welterbe der Kultur zählen.
Konya: Tekke des Mêvlâna
Seit dieser Zeit ist
Konya ein geistiges, islamisches Zentrum der Türkei und gilt daher als eher
konservative Stadt. Hier wurde schon vor Jahrzehnten die erste
islamistische Stadtregierung gewählt, was auch als Protest gegen die
Übermacht Ankaras und Istanbuls zu werten ist. Bemerkenswert ist aber, daß
Konya mit seinen ca. 500.000 Einwohnern heute eine der modernsten und
städtebaulich gepflegtesten türkischen Städte ist. Elendsviertel (Gecekondus)
wie in den Metropolen gibt es hier nicht; die Stadt ist heute eher
wohlhabend. Im letzten Jahrzehnt wurde ein umfangreiches kommunalpolitisches
Erneuerungsprogramm mit dem Bau einer Stadtbahn, der Errichtung einer
ökologischen Kläranlage, der Erneuerung der Trinkwasserversorgung und mit
einem umfangreichen Programm zur Nutzung der Solarenergie in den Wohnhäusern
zur Warmwasser- und Stromerzeugung durchgeführt. Dabei spielten gute
Kontakte zu deutschen Hochschulen und Firmen eine große Rolle. Konya kann
für uns willkommener Anlaß sein, sich neue Gedanken über die Möglichkeiten
der Modernisierung in einem „Schwellenland“ wie der Türkei vor dem
Hintergrund seiner traditionellen Kultur zu machen.
Konya: Straßenbahn
Südlich von Konya am
Rande des wild-romantischen Taurus-Gebirges auf dem Weg zur Mittelmee- und
Touristenstadt Antalya liegt die Ausgrabungsstätte einer der ältesten
städtischen Siedlungen der Menschheit, das steinzeitliche Çatal Hüyük.
Die wichtigsten Funde können in Ankara im „Hethiter-Museum“,
dem Museum der anatolischen Kulturen, bewundert werden.
Literaturempfehlung:
»geographie heute«,
Themenheft Türkei, März 2001 (u.a. mit einem Aufsatz über Konya und die
„islamische Wirtschaft“).
Elçin Kürsat-Ahlers:
Haremsfrauen und Herrschaft im Osmanischen Reich in seiner Blütezeit.
In: »politik unterricht aktuell«, Heft 1-2/2001.
Gerhard Voigt:
Probleme der Nationalstaatsbildung an der Peripherie Europas.
Gesellschaftlich-historische Anmerkungen zur Türkei. In: »politik unterricht
aktuell«, Heft 1-2/1996.
Hütteroth, Wolf-Dieter,
1982: Türkei. Wissenschaftliche Länderkunden, Band 21. Darmstadt
1982 (Wissenschaftliche Buchgesellschaft). S. 198-201.
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