| |


Stichworte zur außerordentlichen Jahreshauptversammlung am
8. Juli 2004
Laut Beschluss der letzten ordentlichen
Jahreshauptversammlung am Freitag, 24. Oktober 2003 wurde ein neuer Vorstand
gewählt, da unsere Vorsitzende, Frau Prof. Dr. Elcin Kürsat, wie langfristig
geplant, ihren Hauptwohnsitz in die Türkei verlegt. Da dieser Termin schneller
als vorgesehen naht, war eine Neuwahl, um die Geschäftsfähigkeit der DTA zu
sichern, unbedingt noch vor der Sommerpause notwendig. Zu diesem Zweck ist die
Kollegin Kürsat von ihrer Aufgabe als erster Vorsitzender der DTA
zurückgetreten.
Der Erhalt der Rechtsfähigkeit durch zwei
unterschriftsberechtigte Vorstandsmitglieder und die postalische Erreichbarkeit
des Vereins ist notwendig, da derzeit ein unliebsamer Arbeitsgerichtsprozess,
den ein ehemaliges Vereinsmitglied gegen die DTA angestrengt hat, vor dem
Arbeitsgericht anhängig ist. Jetziger Stand ist ein gültiger Vergleich, bei dem
der Verein verpflichtet worden ist, für mehrere Monate Arbeitentgelt zu zahlen.
Dies ist bei der knappen Finanzausstattung des Vereins nur sehr schwer zu
erfüllen und könnte gegen Ende des Jahres zu einer finanziellen Krise führen.
Die Jahreshauptversammlung hat den Vorstand jedoch einstimmig entlastet, da ein
schwerwiegendes persönliches Verschulden nicht erkennbar war. Der neue Vorstand
appelliert an die Mitgliedschaft der DTA, den Verein solidarisch zu unterstützen
und insbesondere zu ermöglichen, dass die wichtige inhaltliche Arbeit für den
deutsch-türkischen Austausch im sozial- und geisteswissenschaftlichen Bereich
weitergeführt werden kann. Im November werden wir uns über die organisatorischen
und inhaltlichen Perspektiven der Weiterarbeit auf einer neuen
Mitgliederversammlung unterhalten, zu der auch Frau Prof. Dr. Elcin Kürsat
wieder in Hannover sein wird.
Wir danken vor allem Prof. Dr. Lutz Hieber und Dr. Lothar
Nettelmann, die bereit sind, neu in den Vorstand einzutreten und die Arbeit der
DTA weiterhin möglich zu machen. Vor allem danken wir alle aber Frau Prof. Dr.
Elcin Kürsat, ohne die es die DTA nicht gegeben hätte und deren unermüdliche
Aktivität und Phantasie die Tagungen und Publikationen des Vereins geprägt
haben. Daher darf ich (wenn ich damit keine Eulen nach Athen trage) noch einmal
auf die in unserer Schriftenreihe im IKO-Verlag soeben erschienene
Habilitationsschrift von Elcin hinweisen, deren erstes Anlesen (mehr konnte es
wegen des Umfanges des zweibändigen Werkes noch nicht werden) mir persönlich
schon interessante und wertvolle Einsichten vermittelte und vor allem die
Notwendigkeit wieder deutlich machte, Geschichte mit den Ansätzen der
Zivilisationstheorie und der historischen Soziologie zu betreiben, was gegenüber
der klassischen Historiographie einen fundamentalen Paradigmenwechsel bedeutet:
Elcin Kürsat: Der Verwestlichungsprozeß des Osmanischen
Reiches im 18. und 19. Jahrhundert. Zur Komplementarität von Staatenbildungs-
und Intellektualisierungsprozessen. ZwischenWelten: Theorien, Prozesse und
Migrationen, Band 7,1 und 7,2. IKO-Verlag für Interkulturelle Kommunikation,
Frankfurt am Main und London, 2003.
Ferner sollte kurz erwähnt werden, dass die seit Beginn des
Jahres laufenden Seminare für die Landeshauptstadt Hannover zum Thema der
Interkulturellen Kompetenz jetzt schon in der vierten „Runde“ mit jeweils vier
ganztägigen Seminarterminen laufen und trotz sehr heterogener Teilnehmerschaft
aus den verschiedenen Organisationsbereichen der Stadt (Soziales, Jugend,
Ordnung etc.) weitgehend als erfolgreich zu bewerten sind. Auch dies ist ein
Verdienst von Elcin Kürsat, die bei jeder Veranstaltung dabei war und die
Hauptlast der Vorträge getragen hat. Aus Teilnehmerkreisen ist jetzt schon der
Wunsch nach thematisch spezialisierteren Folgeseminaren geäußert worden, was
natürlich von der finanziellen Situation der Stadt Hannover abhängig ist. Ich
denke, dass auch solche Veranstaltungen, die zwar nicht organisatorisch von der
DTA getragen werden, dennoch der inhaltlichen Arbeit des Vereines zugerechnet
werden sollten.
Die Ergebnisse der außerordentlichen Jahreshauptversammlung
finden sich in dem Protokoll,
das auch Grundlage der Eintragung des Vorstandes im Vereinsregister sein wird.
Für die Diskussion der inhaltlichen Perspektiven lege ich eine
»Road Map« für die Arbeit der Deutsch-Türkischen Vereinigung für Sozial- und
Geisteswissenschaftlichen Austausch, Hannover, e.V., 2004-2006 [Vorlage der
Vorstandssitzung am 15.04.2004].
Gerhard Voigt
++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++++
INFO:
Die neue Vereinsadresse ist:
Deutsch-Türkische Vereinigung für Sozial- und
Geisteswissenschaftlichen Austausch, Hannover, e.V.,
z.Hd. OStR Gerhard Voigt, Vorsitzender, [seit 2006: Potsdamer Str. 20, 30952
Ronnenberg / Region Hannover]
In offiziellen Angelegenheiten bitte ich diesen Kontakt zu
nutzen, der auch im Vereinsregister eingetragen wird, da der Vorsitzende keinen
Zugriff auf die Postfächer in der Universität hat.
Universitäre Korrespondenz und Schreiben an die an der
Universität tätigen Vorstandsmitglieder können natürlich weiterhin über die
Adresse des Soziologischen Instituts, Schneiderberg 50, 30169 Hannover
gerichtet werden.
|
|